Merkblatt für Trainer. Aus dem Englischen von Edgar Giffenig – interpretiert ins Deutsche von Jürgen Müller und Oliver Heuft.

Der Spieler „macht sich“ immer selbst

Der Spieler wird niemals durch einen Coach gemacht. Der Spieler „macht sich“ immer selbst, allerdings mit Hilfe des Trainers.

Spieler sind niemals euer Eigentum

Spieler sind niemals euer Eigentum. Sie durchlaufen lediglich euer Trainingsprogramm. Wenn man als Trainer Bestandteil einer wichtigen Entwicklungsphase war, ist das schon sehr viel. Wenn Spieler glauben, dass der Zeitpunkt gekommen ist, ist das meistens auch für die Spieler keine leichte Entscheidung. Je weniger ihr diese Entscheidung persönlich nehmt, desto einfacher ist es für eure Spieler offen mit Euch zu sprechen und ehrlich zu sein.

Spieler werden nicht gestohlen

Niemand kann euch Spieler „stehlen“. Spieler werden euch von sich aus verlassen, wenn sie meinen, dass der Zeitpunkt gekommen ist.

Der Durchschnitt eurer Spieler zählt

Euer bester Spieler ist nicht Maßstab für eure Qualität als Trainer. Der Durchschnitt aller Spieler, die ihr trainiert, definiert eure Fähigkeiten als Coach.

Setzt nicht alles voraus

Viele Dinge sind für uns Trainer offensichtlich, ohne dass es dies für die Spieler ist. Das liegt auch daran, dass wir schon viele Jahre länger auf dem Platz sind, als unsere Schüler. Gebt Eure Erfahrung den Spielern weiter.

Seid glaubwürdig

Im Grunde genommen sind wir Trainer wie unsere Spieler. Wir haben, wie sie auch, Stärken und Schwächen. Zeigt euren Spielern nicht nur ihre Fehler auf, macht auch ihre Stärken noch besser und vergesst dabei nicht eure eigenen Fehler. Je mehr ihr dazu bereit seid, diese auch zu zeigen, desto glaubwürdiger werdet ihr sein.

Dinge liegen nicht immer auf der Hand

Dinge, die uns einfach erscheinen, müssen nicht einfach für unsere Schüler sein. Versteht ein Schüler nicht, was der Coach von ihm will, ist nicht immer der Spieler schuld.

Seid auch ihr den Anforderungen gewachsen?

Immer 100 % zu fordern ist einfach für einen Trainer. Ständig ein Top-Level abzurufen, ist enorm schwer für den Spieler. Ab und zu sollte man hinterfragen, ob wir die Anforderungen, die wir an unsere Schüler stellen, auch selbst erfüllen könnten.

Bildet die Eltern aus

Eltern gehören zum Gesamtpaket. Wir können Spieler nicht ohne sie entwickeln. Schließt sie nicht aus, sondern nehmt sie bei der Reise mit. Bildet auch sie aus. Kluge und weitsichtige Eltern sind dankbar für jede Information, die sie vom Trainer bekommen.

“Top”-Spieler bringen oft auch “Top”-Probleme

Je besser unsere Schüler sind, umso schwerer wird der Job. So schön es ist, Top-Spieler zu trainieren, auch die Probleme, die kommen werden sind „Top“. Akzeptiert dies und genießt es, mit guten Spielern zu arbeiten.

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