Beim Tennis beginnt die Reaktion mit der Wahrnehmung. Wenn man sehr schnell erkennt, vor welche Aufgabe einen der ankommende Ball stellt, kann man in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit mit einem gelungenen Schlag entsprechend antworten. Man hat „gut reagiert“.

Die Verbesserung der Reaktionsfähigkeit muss man aber nicht dem Zufall überlassen. Oft ist zwar die angeborene Schnelligkeit, in der man reagiert ausreichend, einzig die Schlagausführung unter hohem Zeitdruck ist ungewohnt und somit mangelhaft. Durch ständiges Wiederholen von Schlägen unter Zeitdruck kann man hier eine gewisse Routine entwickeln, die einem hilft, in diesen kniffligen Situationen zu bestehen und schnell und richtig zu reagieren.

Im ersten Fotobeispiel sieht man eine klassische Übungsform für das Training der schnellen Reaktion. Hier hat der Trainer „Feuer frei“. Er spielt in kurzen Abständen und mit ordentlichem Tempo Bälle auf den am Netz stehenden Schüler, der nun mit kurzen und schnellen Volleyschlägen antworten muss. Die Geschwindigkeit des Traineranspiels sollte hierbei fordern, ohne zu überfordern. Bei den etwas Kleineren eignen sich für diese Übung weiche Methodikbälle. Da der Aufprall dieser Bälle auf den Schläger nicht so hart ist, verlieren die Kids schnell die Angst vor dem Tempo der Bälle, denn oft ist der Respekt vor schnellen Bällen eher der limitierende Faktor als die mangelnde Fähigkeit zur schnellen Reaktion.

Beim zweiten Foto wird die Handlung vor dem eigentlichen Tennisschlag etwas erschwert. Die beiden Spielerinnen warten im Sitzen auf das Signal des Trainers, das diesmal als Zuruf erfolgt. Der Trainer nennt den Namen der Spielerin und spielt dann den Ball an, den sie als Volley erreichen muss. Die Übung kann auch entsprechend abgeändert werden. Für die etwas spielstärkeren erfolgt von Seiten des Trainers kein Zuruf, sondern nur ein Anspiel über eine der Spielerinnen hinweg. Diese richtet sich schnellstmöglich auf und versucht den als Lob gespielten Ball zu erreichen und zurückzuspielen. Diese Übung ist so in allen möglichen Variationen durchführbar und bringt vor allem den kleineren Tenniskids jede Menge Spaß.

Auch beim dritten Übungsbeispiel täuscht der Spaßfaktor über den koordinativen Lerninhalt hinweg. Wie im Foto zu sehen ist, stehen die beiden Mädchen hintereinander. Das vordere Mädchen spielt Flugbälle mit einem Partner oder dem Trainer. Die Übung gewinnt nun für die hintere Spielerin an „Pfeffer“, da die vor ihr spielende Partnerin absichtlich Bälle durchlassen kann. So ist die „Hinterfrau“ dauernd gefordert, da ja jederzeit ein Ball für sie bestimmt sein kann. Sie muss praktisch wie ein Schatten an ihrer Partnerin dran sein und jeden Schlag mitmachen. Gelingt es ihr, durchgelassene Bälle regelmäßig zurückzuspielen, so hat sie die Aufgabe hervorragend gelöst. Diese Übung ist ein schönes Beispiel dafür, dass mit einer Übung mehrere Koordinationselemente angesprochen werden können. Bei dieser Übung gilt es, den Rhythmus des Vordermannes aufzunehmen, sich umzustellen, wenn ein Ball nun tatsächlich geschlagen werden soll und natürlich schnell zu reagieren

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