Schon bei den Allerkleinsten ist das Erkunden des eigenen Gleichgewichtssinnes ein wichtiger Bestandteil beim täglichen Spielen. Man balanciert auf Mauern oder Baumstämmen, klettert eine kleine Leiter hinauf oder rutscht im Winter mit wahrer Wonne auf Eis und Schnee. Das Gleichgewichtgefühl ist ein Basisbaustein in der kindlichen Sportmotorik und nimmt bei den koordinativen Fähigkeiten einen wichtigen Platz ein.

Geht man nun einen Schritt weiter und denkt an verschiedenste Sportarten, egal ob Fuß- oder Basketball, Skifahren oder Hockey, so benötigt man hierfür ein ausgeprägtes Körpergefühl, dass sich vor allem in einer guten körpereigenen Balance wiederspiegelt. Hier macht auch das Tennis keine Ausnahme. Schaut man sich die Topspieler an und achtet mal genau darauf, wie sie selbst in schwierigen Situationen reagieren, so kann man sehen, dass diese kaum aus dem Gleichgewicht zu bringen sind. Auch wenn sie eine Vorhand in extremer Streckung spielen oder einen tiefen Volley „fischen“, fast immer ist ihr Körper „im Lot“. Deshalb sollte man auch beim Tennistraining frühzeitig Gleichgewichtsübungen miteinbeziehen.

Unser erstes Fotobeispiel zeigt ein sechsjähriges Mädchen auf einem Kreisel. Mit dem Ballkescher versucht sie, einen zugespielten oder zugeworfenen Ball zu fischen. Damit ihr das gelingt, muss sie sich dem ankommenden Ball anpassen. Da der Ball mal weiter weg oder auch mal etwas näher gefangen werden muss, wird der Körper aus dem Gleichgewicht gebracht. Durch den etwas wackeligen Untergrund kommt man schnell in eine Instabilität und droht vom Kreisel zu fallen. Hier tritt nun das Gleichgewicht in Aktion und versucht, den Körper in einer stabilen Position zu halten. Den Schwierigkeitsgrad bei dieser Einsteigerübung kann man leicht durch die Art und Weise des Zuspiels steuern. Schwer wird diese Übung, wenn die Aufgabe gestellt wird, auch hoch angespielte Bälle über dem Kopf zu fangen.
Für die schon besseren Tenniskids zeigen wir eine weitere Übung im Foto 2.

Hier ist die Aufgabengestellung so, dass der Ball nur auf einem Bein hüpfend geschlagen werden darf. Dies ist noch einigermaßen einfach, wenn der Ball genau
zugespielt wird. Wird das Zuspiel etwas gestreut, dann kann diese Aufgabe richtig schwer werden. Hier wird nicht nur Gleichgewicht geübt, sondern die Wadenmuskeln bekommen richtig was zu tun. Um die Muskulatur nicht zu überlasten, sollte man das Sprungbein regelmäßig wechseln.

Im Fotobeispiel 3 steht eine junge Spielerin auf zwei Blocks. Als Hilfsmittel können auch Holzklötzchen oder ähnliche Geräte gewählt werden, um eine verkleinerte Standfläche zu bieten. Auf diesem wackeligen Terrain soll sie nun Flugbälle spielen. Gerade beim Flugball ist ein gutes Gleichgewichtsgefühl erforderlich, da man ja von Schlägen in „Sockenhöhe“ bis hin zu ganz hohen Volleys die ganze Palette abdecken muss. Da kann man schon mal das Gleichgewicht verlieren. Damit dies möglichst selten passiert, wird die Spielerin versuchen, über das Beugen und Strecken der Knie die Bälle in der entsprechenden Höhe zu spielen und den Oberkörper dabei möglichst ruhig halten. Gelingt dies, ist das Übungsziel schon erreicht.